Der November gilt als unromantisch — zu Unrecht. Wer ihn wählt, bekommt mystischen Nebel, ganztägiges Kerzenlicht, günstigste Preise des Jahres und Hochzeitsfotos, die Menschen innehalten lassen.
Der November hat ein Image-Problem — und das vollkommen zu Unrecht. Jahrzehntelang galt er als "Trauermonat", der für Hochzeiten ungeeignet sei. Heute wissen wir: Das ist Unsinn. Der November bietet eine Atmosphäre, die kein anderer Monat reproduzieren kann. Dichter Morgennebel über Feldern. Kahle, dramatische Bäume mit letztem Laub. Kerzenschein bereits am frühen Nachmittag. Rustikale Indoor-Hochzeiten in behagliger Wärme. Und das alles zu Preisen, die im Sommer undenkbar wären.
Wenn Hochzeitsfotografen unter sich über unvergessliche Bilder sprechen, taucht der November überproportional oft auf — wegen des Nebels. Dichter Morgennebel, der sich über Felder und Waldränder legt, erzeugt eine unwirkliche, romantische Atmosphäre. Paare, die sich in diesem Dunst entgegengehen. Silhouetten unter kahlen Bäumen. Ein leises, intimeres Bild von Liebe.
Nebel-Shooting strategisch nutzen: Plant euer erstes kurzes Außen-Shooting am Morgen vor der Trauung (falls möglich) oder nach der Zeremonie, solange der Nebel noch liegt. 20–30 Minuten in nebligem Licht genügen für 10–15 Bilder, die andere Paare um euch beneiden werden. Bringt warme Kleidung und Mut zur Kälte.
Im November gibt es zwei Termine, die ihr unbedingt kennen und meiden solltet: den Volkstrauertag (zweiter Sonntag vor dem ersten Advent) und den Totensonntag (letzter Sonntag im Kirchenjahr, unmittelbar vor dem 1. Advent). An diesen Tagen sind in manchen Bundesländern öffentliche Veranstaltungen und laute Musik eingeschränkt — und viele Familien haben Friedhofs-Tradition. Überprüft das für euer Datum.
Martinsgans am 11. November: Der Martinstag (11. November) ist ein wunderbarer November-Anlass — und die Martinsgans als Festspeise ein zeitloser Klassiker. Eine Hochzeit rund um den 11. November mit Gänse-Menü ist stimmig, traditionell und bei Gästen immer sehr beliebt.
Im November dürfen Kerzen die gesamte Atmosphäre tragen — von Beginn an, auch mittags. Stufenweise angeordnete Kerzenleuchter, Teelichte in jedem Winkel.
Moos, Baumrinden-Scheiben als Untersetzer, Pilze als Dekoelemente (Shiitake, Steinpilz-Prints), Farnwedel — der Wald kommt in den Saal.
Tintenblaue, Dunkelrot und Schwarz kombiniert mit Kupfer und Gold — mutige Farbkombinationen, die im November stimmiger wirken als in jedem anderen Monat.
Warmweiße Lichterketten unter Tischlaken, in Gläsern und als Hintergrundleuchte — im November erschaffen sie eine magische Wärme im Dunkel.
Der November lehrt Fotografen, mit wenig Licht zu arbeiten — und wer das kann, macht die schönsten Bilder. Natürliches Licht ist auf ca. 8:00–16:00 Uhr begrenzt, was heißt: Die Planung muss sitzen. Trauung und Gruppenfotos möglichst am frühen Nachmittag, so dass wir die letzten Lichtstunden für Portraits nutzen können.
Kunstlicht als Freund: Im November arbeiten wir als Fotografen viel mit Kunstlicht — und das ist eine Kunstform für sich. Warmes Kerzenlicht kombiniert mit einem externen Blitz erzeugt Portraits mit einer Tiefe und Wärme, die im grellen Sonnenschein des Sommers nicht möglich sind. Traut dem Kerzenlicht.
Glühwein zum Auftakt, heiße Maroni, Kürbiscrème-Suppe, geröstete Maronen-Häppchen — der November-Empfang wärmt von innen.
Martinsgans mit Rotkohl und Kartoffelklößen — der absolute November-Klassiker. Alternativ: Wildgulasch, Hirschbraten oder gefüllte Ente.
Schokoladenmousse mit Orangenzesten, Lebkuchen-Eis als Vorgeschmack auf die Adventszeit, oder ein festlicher Zwetschgen-Kuchen nach Hausrezept.
Im November ist der Dresscode klar: "Festlich Winter". Warme Kleider aus Samt, Wolle oder Lace für Damen, elegante Herbstanzüge für Herren. Mäntel und Schals sind selbstverständlich — kommuniziert das aber explizit, damit niemand in einem dünnen Sommerkleid erscheint. Stiefeletten oder elegante Winterstiefel sind bei Damen absolut passend. Der Luxus des Novembers: Niemand schwitzt, alle fühlen sich wohl.
Nebel, Kerzenlicht und eine Stimmung, die keine Hochsaison kaufen kann — euer November-Märchen wartet.
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